Predigt Heiligabend 2020

Predigttext: Ein Dezemberpsalm von Hans-Dieter Hüsch

Kleiner Herr

Der du gekommen bist

Im Elend

Wir bauen auf dich

Und deine Zukunft

Und schenken dir

Unser ganzes Vertrauen

Wir warten auf dich

Bis du groß und

Allmächtig bist

Alle Welt übersiehst

Und überall die Liebe

Als Statthalter einsetzt

Damit das Kommende

Für uns ertragbar wird

Und das Jahrhundert

Keine Schreckenskammer

Kleiner Herr

Ich wünsche mir

Eine Welt der Stille

Mit einer sanften

Gesellschaft

Die zufrieden und

Glücklich

Anfang und Ende lebt

Der Friede des Kindes in der Krippe öffne unsere Herzen und Sinne Amen

Liebe Gemeinde,

als ich vor einigen Wochen von einem Freund ein kleines Buch von Hans-Dieter Hüsch geschenkt bekam, fiel mir dieser kleine Psalm, der eben vorgetragen wurde, sofort ins Auge und ich war hellauf begeistert. Ich war fasziniert.

Nein nicht aus der Bibel stammt der Psalm, sondern von einem frommen, aber auch scharfzüngigen und äußerst kritischen Kabarettisten. Ich weiß nicht, wie oft ich die Worte schon gelesen habe.

Worte voller Erwartung und voller Vertrauen in dieses Kind, das da im Elend in einem Stall zur Welt kam.

Dieser kleine Herr, dessen Geburt wir heute auch nach zweitausend Jahren noch feiern. Geboren nach einer langen, beschwerlichen Reise seiner Eltern, in einer so gar nicht komfortablen und schon gar nicht standesgemäßen Umgebung. Ohne sauberes Wasser und von dem heute üblichen Hygienestandard mal ganz zu schweigen.

Aber ob es in den damals bekannten Herbergen besser gewesen wäre, bleibt dahingestellt. Leiser war es in dem Stall bestimmt.

Elende waren es auch, die als erste von dieser überhaupt nicht alltäglichen Geburt erfuhren. Hirten, die bestimmt schon längere Zeit bei dem ihnen anvertrauten Vieh standen, saßen oder lagen. Menschen, die in der Gesellschaft ganz unten angesiedelt waren. Sie durften den Stallgeruch bei ihrer Ankunft noch verstärkt haben. Sie waren zuerst bei dem Kind und konnten das Wunder erleben, das ihnen von dem Engel gesagt wurde. Sie erlebten zuerst den besonderen Zauber dieser Heiligen Nacht. Das Wunder von dem kleinen Herrn, auf dessen Schultern schon in der Krippe das ganze Elend dieser Welt lastete. Ob sie das, was sie da erlebten in ihrer Schlichtheit auch begreifen konnten, sei dahingestellt. Ob sie den Schrecken durch die Erscheinung der Engel und ihrer himmlischen Begleitung schon verdaut hatten ebenso.

Viele große Herren sind vor dem kleinen Herrn gegangen und noch viele folgten ihm, oder werden ihm noch folgen. Sie alle waren, oder sind oder werden nur ein Tupfer in der Geschichte sein.

Große Herren, die Vertrauen und Hoffnungen enttäuschten. Große Herren, die viel Elend unter die Menschen gebracht haben. Denen jedes Mittel recht war und ist ihre Mach zu entfalten oder zu erhalten. Da macht es auch keinen größer, wenn er sich mit der Bibel vor eine Kirche stellt. Es sind und waren alles keine Diener der Menschheit, wie dieser kleine Herr, der schon in seiner armseligen Umgebung der Größte war.

Gott machte sich damit selbst in seiner Güte und Liebe zu den Menschen zum Diener seiner Kinder. Er hat uns Jesus geschickt, seinen Sohn, der zum Anwalt der Kleinen, der Verachteten, der am Rande lebenden werden sollte.

Alle Hoffnung, alle Erwartungen setzt Hans Dieter Hüsch in diesen kleinen Herrn. Wir warten auf dich bist du groß und allmächtig bist heißt es da.  Dabei müssen wir nicht darauf warten bis dieser kleine Herr groß und allmächtig ist. Er ist es schon in der Krippe.

Für mich ist die musikalisch schwierigste Partie im Weihnachtsoratorium von Bach die Arie: „Großer Herr, du starker König, liebster Heiland oh wie wenig achtest du der Erden Pracht“ Dieser Heiland und König, der in dieser Nacht zum Menschen wurde, den uns Gott in seiner väterlichen und mütterlichen Güte zum Geschenk gemacht hat. Gott machte sich für uns ganz klein.

Kein Ereignis in der Menschheitsgeschichte wird mit so vielen Liedern bedacht, in den meisten Ländern, in unzähligen Sprachen besungen, wie diese Geburt im Stall von Bethlehem. Es sollen fast 9000 Lieder sein.

Was würden wir heute doch so gerne wieder in den Jubel der Engel einstimmen und unsere Weihnachtslieder voller Inbrunst singen.

Es sind emotionale Momente, die wir vermissen. Aber, was hindert uns daran nachher zu Hause im kleinen Kreis, das Fenster zu öffnen und das Lied „Oh du Fröhliche“ anzustimmen.

Singen für dieses Jesuskind, das schon mit seiner Geburt so viele Namen hatte. Jesaja prophezeit schon 700 Jahre vorher das Kommen des Messias.

Er sprach   vom Wunder-Rat, vom Gott-Held, vom Ewig-Vater und von dem Friede-Fürst. Da steckt für so ein kleines Kind unendlich viel Größe drin.

Wir würden gerne singen für diesen kleinen Herren, von dieser stillen Heiligen Nacht, die uns immer wieder fasziniert und staunen lässt.  

Denn allen Problemen zum Trotz, wir feiern auch 2020 wieder Weihnachten. Auch wenn dieses Mal liebgewordene Gewohnheiten und Rituale ausfallen müssen. Auch wenn viele durch die Schließung der Geschäfte ihre Lastminuteeinkäufe nicht mehr machen konnten.

Machen wir es doch wie das Kind, Schenken wir Liebe, Barmherzigkeit, Zeit. Schenken wir Hoffnung und Zuversicht.

Schenken wir einem lieben Menschen einen Zettel, auf dem steht.

Du, ich bin nicht nur an Weihnachten, sondern immer für dich da.

Ich höre dir zu, wann immer du mich brauchst.

Und, wir erleben nicht das härteste Weihnachtsfest seit dem Krieg.

Wir haben ein Dach über dem Kopf, zu Essen und zu Trinken, wir haben es warm. Wir haben viele moderne Möglichkeiten Kontakte aufrecht zu erhalten. Sicher leiden viele Menschen unter der Krise und unsere Gedanken sind auch bei ihnen. Doch haben wir keine Angst wie im Krieg vor Schreckensnachrichten über Väter, Ehemänner und Söhne von der Front. Wir sitzen nicht in Bunkern in Erwartung des nächsten Infernos. Wir müssen nicht hungern und auch kein menschenverachtendes Regime ertragen.

Und weiter geht es mit dem Psalm

Kleiner Herr, wir warten auf dich, bis du überall die Liebe als Statthalter einsetzt. Für Paulus waren Glaube, Hoffnung und Liebe die Grundtugenden auf die wir Christen bauen. Aber über alles setzte er die Liebe.

Als Statthalter haben die Eroberer und Imperatoren der Geschichte Leute eingesetzt, die absolut loyal waren. Da war für die Liebe kein Platz.

Quirinius als Statthalter Roms hatte den Befehl seines Kaisers zur Volkszählung umgesetzt. Da gab es keine Rücksicht auf Gesundheit, Alter oder auf eine Schwangerschaft.

Ein jeder gehe in seine Stadt, auch wenn es eine Reise über hundert Kilometer ist.

Die Liebe als Statthalter ist ein sehr frommer, verwegener Gedanke. Die Kraft der Liebe sei überall. Die Liebe Gottes zu uns Menschen und ihre Kraft. Die wir heute ganz besonders spüren. Am Fest der Liebe, wo wir uns gegenseitig beschenken. An dem Fest, in das wir in Bezug auf Liebe und Harmonie ganz große Hoffnungen setzen. Das ist auch gut so!

Doch sollten wir unsere Erwartungen nicht zu hochschrauben, denn wer weniger erwartet, der bekommt letztendlich mehr.

Die Liebe in all ihren Facetten. Die Liebe zwischen zwei Menschen die sich gefunden haben, die Liebe zu den Bedürftigen und Hilflosen Die Liebe zu den Menschen, die anders sind, als die sogenannten Normalen. Die Liebe zu den Menschen, mit denen man gerade im Clinch liegt.

Es ist manchmal unmenschlich schwer, zu lieben. Da verlangt Gott sehr viel von uns. Doch er würde es nicht verlangen, wenn wir es nicht schaffen könnten. Um zu lieben braucht es oft eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Das kostet Überwindung. Die Liebe will erkämpft werden. So lange wir leben.

Jesus ist dorthin wo andere sich nicht hinwagten. Zu den Kranken, zu den Besessenen, den Aussätzigen und zu dem verhassten Zöllner.

Viele hatten dafür kein Verständnis. Die, die sich damals darüber mokierten lebten in einer selbstgerechten Blase, in der benachteiligte und ausgegrenzte Menschen keinen Platz hatten.

Zum Schluss heißt es in dem Psalm

Kleiner Herr, ich wünsche mir

Eine Welt der Stille mit einer sanften Gesellschaft

Die zufrieden und glücklich, Anfang und Ende lebt.

Als ich das gelesen habe, habe ich gedacht: Sonst noch Wünsche?

Eine Welt der Stille und das heutzutage. Welch eine beinahe schon irrationale Sehnsucht.

Eine Welt der Stille? Eine Welt, in der nicht jeder seine vermeintlichen Ansprüche lautstark fordernd hinausschreit. Eine Welt ohne die Notschreie von Menschen die heimatlos und ohne Perspektive in Lagern hausen. Eine Welt, in der keine unsinnigen Kriege geführt werden, in der nicht Kanonendonner zum Alltag gehört. Eine Welt, in der keine Raketen mit ohrenbetäubendem Lärm getestet werden, ob sie auch atomar bestückt werden können. Eine Welt ohne das Stiefelgedröhn der ewig Gestrigen. Eine Welt ohne Dauerbeschallung. Eine Welt, in der man die Schönheiten von Gottes Schöpfung noch wahrnehmen kann.

Eine sanfte Gesellschaft?

Eine Gesellschaft in der niemand per Twitter üble Lügen verbreitet, in der keiner Hass und Häme verstreut.  Eine Gesellschaft, die sich nicht spalten lässt und ganz besonders in der derzeitigen Lage zusammenhält. Eine Gesellschaft, die Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Verständnis und Barmherzigkeit vorlebt.

Eine sanfte Gesellschaft, die zufrieden und glücklich Anfang und Ende lebt.

Anfang und Ende leben, Sich darüber im Klaren sein, Dass man endlich ist, dass man Grenzen hat, dass man nicht immer neue Rekorde aufstellen muss.

Eine Gesellschaft in der das Wort Demut noch eine Bedeutung hat.

Gottes Sohn ist in dieser heiligen Nacht auf die Erde gekommen um uns den Weg zu weisen, wie wir anders leben sollen. Dieser allmächtige kleine Herr, dem Hans Dieter Hüsch so viel Glauben und Vertrauen schenkt. Dieser kleine Herr wäre sicher in der Lage mit einem Wort die Zustände auf der Erde zu verändern. Er hat uns aber als mündigen Menschen geschaffen, der sich seiner Verantwortung zu stellen hat, der mit allem, was Gott ihm an die Hand gab, vernünftig umgehen soll.

Gott schickte uns seinen Sohn, dass wir ihm nacheifern,

dass wir an den kleinen Herren glauben, auf ihn bauen und vertrauen.

Wir stehen kurz vor einem neuen Jahr. Bewahren wir uns doch darüber hinaus ein bisschen von dem Wunder dieser Nacht. Denken wir daran, dass der kleine, große Herr immer bei uns ist. Ganz gleich wo wir uns befinden. Sind wir uns dessen bewusst und erhalten uns die weihnachtliche Freude, leben wir in dem Glauben, dass uns die Liebe Gottes durch unser ganzes Leben begleitet.

Amen

Hans-Karl Warken

Predigttext Lukas 18, 31-43

Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung

31 Er nahm zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach
Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die
Propheten von dem Menschensohn.
32 Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und
misshandelt und angespien werden.
33 und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.
34 Sie aber verstanden nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen,
und sie begriffen nicht, was damit gesagt war.
Die Heilung eines Blinden bei Jericho
35 Es geschah aber, als er in die Nähe von Jericho kam, da saß ein Blinder am Wege
und bettelte.
36 Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wer.
37 Da verkündeten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber.
38 Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
39 Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er solle schweigen. Er aber schrie noch
viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
40 Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er aber näher kam,
fragte er ihn:
41 Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann.
42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.
43 Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk,
das es sah, lobte Gott.

Gnade sei mit uns und Friede, von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus.
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was
geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Auf dem Weg nach Jerusalem erzählt Jesus seinen Jüngern von den bevorstehenden
Leiden, von der Verhaftung und dem Kreuzestod, aber sie haben dafür gar keinen Blick.
In ihrem Fokus steht Jerusalem, wo sie vielleicht Freunde treffen werden, wo sie das Passahlamm essen wollen, und sich nicht schon
wieder mit Jesu Gedanken auf Tod und sogar Auferstehung beschäftigen möchten. Und so haben sie den Tunnelblick,
ihre Augen sind blind, sie verschließen sie vor Leid und Angst. Sie wollen feiern, gemütlich zusammen sein. Mit dem Anderen, den
Problemen können sie sich später beschäftigen.
Auch vor unseren Augen steht die Zeit der Passion, ein bisschen Zeit haben wir noch,
noch wollen wir Abstand halten zu dieser wichtigen Zeit, die unseren Blick in die Tiefe
lenkt, die uns nachdenken lässt über unser Leben; die uns fragt, wo wir hingehen, was uns wichtig ist, welche Aufgaben wir haben, wen
wir im Auge behalten müssen, auf was wir schauen müssen.
Ganz anders der blinde Bettler. Seine Augen sind lange schon verschlossen, „er sieht nur
mit dem Herzen gut“, er hat gelernt seine Ohren zu benutzen und auf das zu reagieren,
was an Geräuschen wahrzunehmen ist. Und es ist auf einmal laut um ihn herum, als Jesus und seine Gefolgsleute vorbei gehen. Kein Wunder, dass er sich erkundigt, was denn da jetzt gerade passiert. Da verkündeten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber. Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!

Der Bettler ist ganz da, er hat sofort begriffen, was das für ihn bedeuten kann. Der verheißene
Messias, der Heiland geht vorbei .Erbarme dich meiner. So lange schon sitzt er da, ist angewiesen auf die milden Gaben., die ihm Vorübergehende zuwerfen., selbst kann er sonst nichts tun .Doch, jetzt kann er sich ganz auf Jesus konzentrieren, ihn unablässig um Hilfe bitten, wieder und wieder, bis es den Jüngern zu viel wird, und sie ihn anherrschen, er solle endlich den Mund halten. Sie, die Jünger; haben das schon oft erlebt, dass Menschen von Jesus Hilfe erbitten, und sie dann Jesus abschirmen wollen. Er braucht doch schließlich seine Ruhe, kann nicht dauernd für andere Menschen da sein. Er hat ja schon genug mit seinem näheren Kreis zu tun, soll seine Kraft für sie bewahren.
40 Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn
41 Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann.
42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.

Ist das nicht toll, Jesus wendet sich diesem blinden Menschen zu und fragt ihn, was er ihm Gutes tun kann. Eigentlich liegt das doch auf der Hand, er will nichts anderes als wieder? oder endlich? zu sehen. Dieser blinde Mensch sieht nur in sich hinein, aber er sieht Jesus besser als das seine Jünger tun. Er weiß, da ist der große Wundertäter, der Arzt, der Menschen helfen kann. Das ist sein fester Glaube. Und dank dieses Glaubens erbittet er Hilfe von Jesus. Er bittet nicht nur still und bescheiden, nein, er schreit seinen Wunsch hinaus, all sein Elend, das er bis jetzt in sich verschlossen hat, das bricht aus ihm hervor, das schreit er Jesus ins Gesicht: Kyrie eleison, Herr erbarme dich. Diesen Ruf, den wir am Sonntag im Gottesdienst beten oder singen, er gehört zu unserem Glauben. Dieser Glaube ist ein Geschenk. Wer hat sich nicht schon völlig einsam und verlassen gefühlt, und dann seine ganze Hoffnung auf Gott gesetzt, dass er ihm hilft, sein Schicksal zu ertragen oder sogar seine Leiden zu bessern.
In unserer Liturgie heißt es oft : in der Stille bringen wir unsere besonderen Anliegen vor Gott Das sind dann meist die Wünsche, die wir für Kinder und Enkel, für die Familie und den Partner haben und keiner kann sich vorstellen, dass diese Stille unterbrochen wird durch einen existentiellen, aus tiefstem Herzen kommenden Schrei: Herr, erbarme dich. Der Schrei, der Ruf nach einem rettenden Christus, der Schrei nach einem erbarmenden Gott.
Wer solch einen Schrei ausstößt, der wendet sich sehenden Auges an den Erlöser: Ich weiß, dass Gott mich ansieht, dass ich in seinem Blick bin, schon seit er mich geschaffen hat, schon, als er mir mein Wesen gab, mein Angesicht.
42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend Dein Glaube hat die geholfen.
43 Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.
Er pries Gott. Das ist wichtig, dass er sich bedankt für diese Wundertat, für die Heilung.
Unser Sohn Christoph sah sehr schlecht, aber dank der modernen Medizin sollte ihm eine Operation helfen. Sie war nicht ungefährlich.
Und so habe ich mich bei Gott bedankt und eine Spende, einen Dauerauftrag der Christoffel Blindenmission zukommen lassen, um
immer wieder Dank zu sagen für diese Heilung.
Noch einmal zum Text: Und alles Volk, das es sah, lobte Gott. Wie oft vergessen wir zu danken, wenn uns Gnade widerfahren ist , Gott
zu loben für das Gute, das er uns geschenkt hat. Der geheilte Blinde folgte Jesus nach. Jesus sieht es als seine Aufgabe, uns Menschen
zu helfen, uns in unserem Leiden beizustehen, ganz ohne Aufsehen, ohne sich damit herauszustellen, nein, allein zur höheren Ehre
Gottes.
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.
Amen

Karin von Döhren

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